Kerstin Arendt
Graveurmeisterin aus Hamburg
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Kerstin Arendt – Graveurmeisterin

Die Liebe zum Zeichnen hat mich zum Beruf der Graveurin geführt, den ich seit über dreißig Jahren leidenschaftlich ausübe.

Etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen war für meine Berufswahl entscheidend.

Natürliche Motive wie Tiere und Pflanzen stilistisch in eine Zeichnung zu verwandeln, um sie danach mit Stichel und Hammer ins Metall zu bringen, fasziniert mich bis heute. 

Meine Ausbildung zur Graveurin erhielt ich in Eckernförde bei der Firma J.P. Sauer & Sohn.

Die Fortbildung an der Fachschule HTBLVA für Graveure, Goldschmiede und Büchsenmacher in Ferlach/Österreich war eine große Bereicherung, um Erlerntes noch zu erweitern und andere Techniken zu erfahren.

Ich arbeite zudem sehr gern mit nichtmetallischen Materialien wie Holz, Elfenbein, Horn und Leder, was ich meiner jahrelangen Tätigkeit in einer Büchsenmacherei zu verdanken habe. 

VITA

Die Meisterprüfung im Graveurhandwerk schloss ich 1996 in Hamburg ab.

Seit 2001 arbeite ich selbständig und realisiere eigene Ideen neben dem Bereich der klassischen Jagdwaffengravur.

Durch die Zusammenarbeit mit der Firma Ortlepp & Schrieber, bekam ich die Möglichkeit, Einblick in alle handwerklichen Tätigkeiten rund um das Schützenwesen zu erhalten.

2018 übernahm ich das traditionsreiche Unternehmen, um es mit großer Freude weiter zu führen.

Seit über 30 Jahren übe ich mein Handwerk sehr gerne aus. 

Ortlepp & Schrieber – Die feine Handgravur seit 1898

C.G. Ortlepp gründete seine Firma 1868 und bot vor seinem Ruhestand dem von ihm ausgebildeten Rudolf Schrieber, die Teilhaberschaft an.

So wurde die Firma Ortlepp & Schrieber am 10.08.1898 handelsrechtlich eingetragen. Rudolf Schrieber wurde Gründungsmitglied der Hamburger Innung für Graveure, Gürtler und Ziseleure.

Zu Zeiten des 2. Weltkrieges musste Rudolf Schrieber im Landkreis in den eigenen Wohnräumen arbeiten und auch nach der Währungsreform war es schwierig, von diesem Handwerk die Familie zu ernähren.

Hans-Joachim Schrieber machte bei seinem Großvater die Lehre zum Graveur, übernahm 1951 das Geschäft in dieser schweren Zeit und bestand die Meisterprüfung. Aus Kostengründen mietete er für sich einen Arbeitsplatz bei der Trauringfabrik Merkle in der Caffamacherreihe mit Telefonmitbenutzung für damals 30,- DM.

Nach einiger Zeit bestand der Kundenkreis zunehmend aus Harburger Goldschmieden und Juwelieren und er mietete zusammen mit dem Goldschmiedemeister Gerd Möller Räume in Harburg an. Die ansässigen Vereine schätzen die Qualität und Zuverlässigkeit der Firma. Seit dieser Zeit stellt das Unternehmen selbst Silberorden her.

Es wurden einige, zum überwiegenden Teil weibliche Lehrlinge ausgebildet, was zu dieser Zeit nicht selbstverständlich war. So auch Ulrike Reinke, die 1993 die Firma übernimmt und später in der Barlachstr.14 ansiedelt, in der sie heute noch ansässig ist. Seit 2018 führt Graveurmeisterin Kerstin Arendt das Unternehmen in alter Tradition weiter.